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Informationen zur Pinselherstellung




Haarbündel werden in gebundenem oder ungebundenem Zustand in eigens dafür angefertigte Metallhülsen gesteckt, die den Pinselkörper mit dem Pinselstiel verbinden. Diese als Zwingen bezeichneten Hülsen werden je nach der erwünschten Pinselform in runder oder flacher Ausführung hergestellt. In Kunst und Kunsthandwerk werden für hochwertige Pinsel die Zwingen aus gezogenem Aluminiumrohr oder auch aus vergoldetem Messingrohr hergestellt. Dabei besteht ein deutlicher Unterschied in Qualität und Preis zu den sehr viel einfacheren Blech- und Nickelzwingen, bei welchen durch die Nähte unter negativen Umständen Wasser eindringt. Dieses Wasser lässt den Stiel aufquellen und löst die feste Verbindung von Haarkörper, Zwinge und Stiel. Somit wird der Pinsel unbrauchbar.

Alle runden Haarpinsel von hoher Qualität werden in Handarbeit gebunden. Nach der Vorformung mit einer Messingbüchse werden die Pinselhaare mit einem Faden gebunden und durch eine geschickte Drehung in die für den Pinsel gewünschte Form gebracht. Messer oder Schere sind keinesfalls Formgebende Werkzeuge eines Pinselmachers und dienen in ihren Werkstätten ausschließlich als Dekoration. Der Körper des Pinsels wird nach dem Einzwingen mit seiner Zwinge verklebt. So wird ein perfekter Sitz erzielt und das Herausfallen der Haare kann vermieden werden.

Um den fertig gestellten Pinsel auf dem Transportweg zu schützen, werden die Haare und Borsten mit einer künstlichen Lösung überzogen, die später vor dem eigentlichen Arbeitsbeginn ganz leicht durch Wasser wieder ausgewaschen wird. Diesen Vorgang nennt man auch „Leimen“ oder auch „Spitzen“.

Bei der Herstellung von speziellen Schlusskünstlerpinseln werden gleich starke, natürlich gekrümmte Borstenbündel mit ihrer Krümmung nach innen gegeneinander gebunden. Diese so „auf Schluss“ gebundenen Pinsel spreizen sich auch bei erheblichem Druck auf den Malgrund nicht auf, wie das normale Ölmalpinsel tun. Sie ermöglichen ein sehr punktgenaues Arbeiten und verlieren auch nach intensivem Gebrauch nicht ihre Form.

Diese beträchtlich aufwändige Herstellungsweise rechtfertigt den vergleichsweise viel höheren Preis.




Autor dieses Artikels: Heß
Eingereicht am: 2007-07-30


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