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Die LED setzt sich durch
H. J. Round stieß 1907 auf das Phänomen der Erzeugung von Licht durch elektrische Anregung eines Festkörpers. Schon etliche Jahre zuvor hatte Ferdinand von Braun im 19. Jahrhundert in einem Vortrag über die Leitung von Strom durch Kristalle berichtet. Und dennoch dauerte es noch weit bis ins 20. Jahrhundert, bevor die Entdeckung auch praktisch eingesetzt werden konnte.
Gute 70 Jahre, nachdem Thomas Edison die Glühlampe präsentierte, wurden im Jahre 1962 die ersten LEDs (Licht emittierende Dioden) entwickelt und kommerziell angeboten. Heute sind sie aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken. Ob am Fernseher, im Computer oder auf der Preisanzeige im Schaufenster, an den unterschiedlichsten Stellen stößt man auf sie.
Auch wenn die Entwicklung mehr als vier Jahrzehnte später bei weitem nicht abgeschlossen ist und immer wieder neue, rapide Sprünge macht (pro Jahrzehnt wurde ca. eine Verzehnfachung der Effektivität realisiert), lohnt sich auch heute schon die Verwendung von LEDs in den verschiedensten Bereichen. Die Tatsachen sprechen für sich: Die Leuchtdiode benötigt wesentlich weniger Energie gegenüber herkömmlichen Glühbirnen oder Halogen-Leuchtmitteln Dabei erzeugt sie auch noch beträchtlich weniger Wärme. Hinzu kommen ihre hohe Lebensdauer und die Widerstandsfähigkeit gegenüber Erschütterungen.
Spärlich war der Start mit einer Ausbeute von gerade einmal 0,1 Lumen/Watt. Heutige LEDs erreichen hingegen bereits mehr als 100 Lumen pro Watt und sind dabei, die Welt der Beleuchtung grundlegend zu verändern. So universal sie ist, so einfach klingt dabei ihr Funktionsprinzip: Halbleiterverbindungen wandeln den Strom auf direktem Weg in Licht um.
Da ist es nicht verwunderlich, dass sich Leuchtdioden in immer mehr Einsatzgebieten etablieren. So ist zum Beispiel im Kfz-Bereich eine Ablösung der bisherigen Scheinwerfer durch Leuchtdioden absehbar. Schon vor der Einführung des EU-weiten Tagfahrlicht-Gebots für Neuwagen im Jahre 2009 setzen renommierte Hersteller wie Audi oder auch BMW auf die LED. Dafür sprechen nicht zuletzt auch zahlreiche praktische Aspekte. Die Gehäuse der Lampen müssen beispielsweise nicht mehr nach innen zugänglich sein, wodurch ein variableres Design der Fahrzeuge ermöglicht wird. Und weil LEDs um einiges schneller ansprechen als herkömmliche Glühlampen, bedeutet ihr Einsatz als Bremsleuchte einen echten Gewinn an Sicherheit. Deshalb werden auch viele Verkehrsampeln umgerüstet auf den Betrieb mit LED -Bündeln.
Ihr Einsatz bei der Straßenbeleuchtung bringt noch einen ganz speziellen Vorteil zum Tragen: Die LED strahlt ihr Licht auf anderen Wellenlängen ab als auf denen, welche Insekten nutzen, um sich nachts auf ihren Flügen zu orientieren. So kommt es zu keinen Überschneidungen und die Tiere werden nicht abgelenkt.
Doch nicht nur im Verkehr überzeugt die LED mit Genügsamkeit und Stabilität. Die Glühlampe in der Taschenlampe wird schon in naher Zukunft vollständig von der Leuchtdiode abgelöst und auch der häusliche Bereich wird immer stärker auf die innovative Technik umgestellt.
LED ist nicht gleich LED. So existieren Modelle mit einem Abstrahlwinkel angefangen bei lediglich 25 Grad genauso wie solche mit Winkeln bis zu 120 Grad. Das eröffnet viele Möglichkeiten. Zum Beispiel kann man eine komplette Ausstrahlung des Raumes genauso erreichen wie eine gezielte Beleuchtung bestimmter Punkte. Auch stimmungsvolle Effekte, etwa das Anstrahlen eines Bildes oder die Beleuchtung von Vitrinen und Aquarien, sind überhaupt kein Problem. Und als würde das noch nicht reichen, kann man heutzutage auch noch fast jede Farbe erzeugen. Der Entfaltung des persönlichen Geschmacks und der Kreativität beim Lichtdesign sind damit kaum Grenzen gesetzt.
Der künstliche Sternenhimmel, welcher manchem Schlafzimmer eine angenehme Stimmung verleiht, ist wohl eine der geläufigsten Anwendungen. Das milde Licht täuscht ein wenig darüber hinweg, welche Kraft ein mit mehreren LEDs bestückter Strahler entwickeln kann.
Auch andere Punkte sprechen neben dekorativen und ökonomischen Blickpunkten für den Einsatz von Leuchtdioden im Wohnbereich. Etwas, was jeder schon erlebt hat: Ein kurzer Knall und man sitzt im Dunkeln, denn die Glühlampe hat gerade ihr Leben beendet. Meist geschieht dies natürlich genau zu dem Zeitpunkt, an dem es überhaupt nicht passt. Einen Hohlkörper, der implodieren könnte, gibt es bei einer LED nicht und wenn man die Lebensdauer vergleicht, schneidet die Glühlampe erst recht schlecht ab. Und wer in einer feuchtwarmen Sommernacht eine Weile neben der Lampe sitzen muss, ist mehr als dankbar für die geringe Wärmeentwicklung der LED.
Deutlich ist: In den Jahren seit ihrer Erfindung hat sich sehr viel getan. Und das Tempo wird eher schneller als geringer. So kann man mit Gewissheit sagen, dass die LED auch künftig ein faszinierendes und vielschichtiges Objekt sein wird.
Autor dieses Artikels: Rene Fuchs
Eingereicht am: 2008-05-29
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