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Schokolade - verflucht (un)gesund




Das gängige Argument "Schokolade ist ebenso schlecht für die Zähne wie für die Haut und sie macht natürlich dick" wird in letzter Zeit öfters revidiert.

Inzwischen hört man auch manch gutes Wort insbesondere über dunkle Schokoladensorten – je höher der Kakaogehalt, desto besser, so eine langläufige Empfehlung -, weshalb es geboten scheint, den Wahrheitsgehalt diverser Behauptungen einmal genauer zu prüfen.

Zumal auch das Fachpublikum, wie z.B. Ernährungsberater, Fitness Trainer oder Personal Trainer, eine tägliche Verzehrmenge von gut 25 Gramm für empfehlenswert hält.

In der Tat hat sich der Ruf der Schokolade seit den vergangenen Jahren, gestützt durch wissenschaftliche Studien, erheblich verbessert. Man kann sogar konstatieren, dass die Schokoladen-Befürworter aus dem Wettstreit mit ihren Widersachern eindeutig als Sieger hervorgegangen sind. In mehren seriösen Studien wurde ein Zusammenhang zwischen den in dem Kakao enthaltenen Flavonoiden und einem gesunden Herz-Kreislauf-System erwiesen. Gleich 17 wissenschaftliche Studien gelangten zu unterschiedlichen positiven Ergebnissen, die von der Blutdruck senkenden Wirkung bis zu einer besseren Durchblutung des Gehirns und gesünderer Haut reichen. Erst Ende vergangenen Jahres wurde eine neue Schokoladensorte unter dem Handelsnamen CocoaVia, durch eine der Studien, hoffähig gemacht. So soll der LDL-Cholesterinspiegel bei Menschen mit relativ hohen Cholesterinwerten, durch den Verzehr von zwei kleinen Riegeln CocoaVia, um 6,7 Prozent sinken. Diese Wirkung wird durch die Zugaben von pflanzlichen Sterinen hervorgerufen, die auch in Margarine zu finden sind. All diese Erkenntnisse sind dazu angetan, dass man wieder gutem Gewissen einen Süßwarenladen ansteuern kann. Was die Zweifler auf den Plan ruft, ist allein die Tatsache, dass die Produkte der Firmen Mars, M&Ms und Snickers nicht gerade den besten Ruf als gesunde Nahrungsmittel haben. Doch gibt es die Forschungen, unabhängig von den Konzernen, denen man ein Ohr und seine Aufmerksamkeit schenken sollte. Diese erforschen die Zusammenhänge zwischen der Ernährung und dem Zustand der Blutgefäße. So besagen die Ergebnisse einer unabhängigen Studie, das dunkle Schokolade eine arterienerweiternde Wirkung hat. Helle Schokolade, bei der die meisten der gesunden Kakao-Flavonoide fehlen, wirkt hingegen nicht in dem gleichen Maße gesundheitsfördernd. Flavonoide sind pflanzliche Mikronährstoffe, wie sie beispielsweise in grünem Tee oder dunklen Weintrauben vorkommen und eine positive Wirkung auf die Zellgesundheit haben. Ein spezielles Kakao-Flavonoid ist das Epicatechin. Es regt die Abgabe von Stickstoffmonoxid in den Blutgefäßen an, was eine Relaxation (Erschlaffung) der glatten Gefäßmuskulatur und infolge eine Erweiterung der Blutgefäße und der besseren Blutzirkulation bewirkt. Dieses Thema ist noch lange nicht ausgereizt und könnte schon bald einen Forschungsboom erfahren, ähnlich wie es mit den Omega-3-Fettsäuren und ihrer positiven Wirkung für Herz und Kreislauf geschah. Viele Studien basieren auf dem patentierten Cocoapro-Verfahren, mit dem die Kakaobohnen schonend verarbeitet werden. Dass die wertvollen Flavonoide fast vollständig erhalten bleiben. Die Verarbeitung spielt nämlich eine ebenso wichtig e Rolle, wie die Höhe des Kakaoanteils.

Es scheint also ein Streit über die Frage zu entbrennen, wer die gesündeste Schokolade produziert, der ist aber offensichtlich nicht entschieden. In jedem Fall bedenken sollte man beim Kauf von Schokoladenerzeugnissen, dass Schokolade ein pflanzliches Nahrungsmittel ist. Sehen Sie Schokolade und Produkte auf Schokoladenbasis, wie von Fachkompetenz (Personal Trainer, Ernährungsberater, Fitness Trainer) angeraten, immer als ein Genussmittel. Sollte also ein Genussmittel den Weg in den Einkaufswagen finden, so sollte es zumindest hochwertig sein. Das bedeutet, Produkte zu wählen, die so weit wie möglich naturbelassen sind und die geringste Anzahl von Verarbeitungsstufen aufweisen. Anders gesagt, man meide Sorten, die Milchfeststoffe, Emulgatoren und größere Mengen Zuckerzusatz enthalten.

Zum Schluss sei jedoch gewarnt: Man sollte sich nicht dazu verleiten lassen Schokolade in irgendeiner Form überzubewerten. Generell ist Schokolade alles andere als ein gesundes Nahrungsmittel. Dafür enthält sie zu viel Fett. Auch wer ein Kaloriendefizit ausgleichen möchte, sollte keinesfalls mit Bergen von Schokolade tun. Jeder von uns sollte Schokolade in kleinen Portionen genießen und stattdessen auf andere Snacks verzichten, die womöglich noch nährstoffärmer sind.




Autor dieses Artikels: Silvio Philipsen
Eingereicht am: 2009-03-07


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