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Die Schokoladen-Samenbank




In der langen Geschichte des Kakaoanbaus sind höchstwahrscheinlich viele Arten von Kakao unwiderruflich verloren gegangen und ausgestorben. Die systematische Abholzung der Regenwälder und die riesigen Monokulturen der großen Kakaoproduzenten taten wohl ihr Übriges dazu. Um jedoch die große Vielfalt der Kakaopflanzen auf Dauer zu bewahren und vor Ausrottung zu schützen, wurde auf Trinidad (einer kleinen Insel der Antillen im Norden Venezuelas) eine sogenannte Kakaosamenbank eingerichtet. Samen von mehr als 3000 verschiedenen Kakaopflanzen befinden sich nun dort in sicherer Verwahrung. Wilde Kakaobäume aus dem Amazonasgebiet schlummern neben Raritäten aus Belize und mehr als 100 Jahre alten Sorten aus der Karibik. Zur Zeit ist die Elfenbeinküste weltweit der größte Kakaoexporteur. Aus dem Land in Westafrika wird zwar kein Edelkakao bezogen, doch werden wir von der Elfenbeinküste mit preiswertem Konsumkakao versorgt. Momentan wird ein neues Projekt ins Leben gerufen, um die Qualität des Kakaos zu verbessern. Der Grund: Die zuletzt geernteten Kakaobohnen erreichten nicht die notwendigen Qualitätsnormen für den Kakaokonsum. Die Gründe für die schlechte Qualität dürften etwa in den anhaltenden politischen Unruhen, den jahrelang zu niedrigen Kakaopreisen und den zunehmenden Kakaokrankheiten im Lande liegen. So leidet nicht nur die Qualität des Kakaos, sondern auch die Menge der Ernte darunter. Im Haupterntemonat Dezember wurde nur die Hälfte der sonst üblichen Menge an Kakao angeliefert. Neben den verstärkt auftretenden Kakaokrankheiten und den Blockaden durch Farmer, die höhere Preise fordern, kommt jetzt noch der „Harmattan“ ein starker Wind aus der Sahara, der viel Sand und Staub transportiert dazu. Der jedes Jahr von Dezember bis März auftretende Wind soll in diesem Jahr besonders stark sein und die Ernte deutlich reduzieren und vielleicht werden dadurch auch wieder einige Kakaosorten aussterben. Da scheint es mehr als sinnvoll, Kakao-Samenbanken anzulegen. Mit ihnen kann garantiert werden, dass wir auch in Zukunft noch Schokolade, Pralinen und Trinkkakao genießen können.




Autor dieses Artikels: Milan Spajic
Eingereicht am: 2009-07-09


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